Kommende Veranstaltungen / Upcoming Events:

HELD:INNEN DES ALLTAGS

21.12.2022, 20:00Brotfabrik Kino, Berlin

 

Das Kurzfilmprogramm zum Internationalen Kurzfilmtag am 21. Dezember widmet sich den Held:innen des Alltags. Mit ihrer Arbeit, ihrem Esprit, ihrem Verantwortungsgefühl und solidarischen Zusammenhalten bilden sie den Kitt unserer Gesellschaft. 

Mit Filmen von Jürgen Böttcher, Esteban Arrangoiz, Puck Lo, Omar Elhamy & Thomas Freundner.

Im Anschluss an das Filmprogramm laden wir dazu ein, in der Kneipe der Brotfabrik zusammenzukommen und sich über das Gesehene auszutauschen.

 

Letzter Teil einer dreiteiligen Filmreihe, kuratiert und organisiert von shorts/salon und Linn Löffler, gefördert durch das Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Kunst und Kultur des Bezirksamts Pankow.

_________________________________________________________________

Vergangene Veranstaltungen / Past Events:

SEEMANNSGARN UND SPINNEREIEN

06.11.2022, 18:00Brotfabrik Kino, Berlin

 

Sechs Kurzfilme aus der Stummfilmzeit bis heute widmen sich der Handarbeit. Sie erzählen von Fingerfertigkeit und Tradition, von Gemeinschaftsgefühl und Identität, von Trost und von Stolz. Sie schlagen unterhaltsame und ernste Töne an, verknüpfen manuelle und intellektuelle Arbeit miteinander und reisen einmal um den halben Globus.

 

(Fast) alle Filme im Original mit englischen Untertiteln. (Almost) all films with English subtitles.

 

Im Anschluss an das Filmprogramm laden wir dazu ein, in der Kneipe der 

Brotfabrik miteinander zu plaudern, das Gesehene Revue passieren zu lassen und sich dabei der eigenen, mitgebrachten Handarbeit zu widmen. Eine gute Gelegenheit um endlich zu erledigen, wozu man sonst so selten kommt: Löcher stopfen, Knöpfe annähen, den Winterschal weiter stricken usw. Näh- und Strickmaterial ist vorhanden, professionelle Hilfe ebenso.

 

Filme Films:

 

LEA E IL GOMITOLO (LEA AND THE BALL OF WOOL) von Lea Giunchi Guillaume

Italien 1913, 4 Minuten, stumm

 

Anstatt zu lesen soll Lea sich lieber dem Stricken widmen. Die Eltern 

bestehen darauf, aber nicht nur Lea ist störrisch. Eine groteske 

Stummfilmkomödie.

 

KICKING THE CLOUDS von Sky Hopinka

USA 2021, 16 Minuten, Englisch

 

Woran lässt sich Identität festmachen und was gibt man seinen Kindern 

und Kindeskindern mit auf den Weg durchs Leben? Welche Rollen spielen 

dabei Traditionen, Sprache und Stickereien? Eine poetische Befragung der 

eigenen indigenen Herkunft.

 

SEA SONG von Richard Reeves

Kanada 1999, 4 Minuten, ohne Dialog

 

Eine filmische Handarbeit, bei der Ton und Bild direkt auf das Zelluloid 

gekratzt und gemalt wurden, um uns in die Tiefen des Ozeans zu entführen.

 

T von Keisha Rae Witherspoon

USA 2019, 14 Minuten, Englisch mit englischen Untertiteln

 

„Wenn du Dinge mit deinen Händen tust, heilt dich das an Stellen, die 

tiefer liegen als die, aus denen du weinst“, sagt sie und fertigt in 

Erinnerung an ihren verstorbenen Sohn, der Kartoffelchips liebte, ein 

Kostüm aus Kartoffelchipstüten an. Eine afro-amerikanische Manifestation 

von Trauer, Wut, Trost und der spirituellen Kraft der Kreativität.

 

WERKZEUG – EIN FILM ÜBER HÄNDE von Anna Henckel-Donnersmarck

Deutschland 1998, 10 Minuten, Deutsch

 

Hände bei der Arbeit: Sie fertigen Filzhüte, formen Tongefäße, bedienen 

einen Webstuhl. So komplex die Arbeitsgeräte dieser traditionellen 

Handwerksberufe auch sind, so elementar wichtig ist der eigene Körper: 

Ohne Hände – ob aus Fleisch und Blut oder aus Leder und Metall – kein 

Handwerk.

 

PATTERNS OF THE CONQUERORS von Sascha Reichstein

Österreich/UK 2017, 21 Minuten, Englisch

 

Kunstvoll gefertigte Textilien sind nicht nur schön anzusehen, sie können auch von gesellschaftlichen Zusammenhängen und historischen Entwicklungen erzählen. Anhand von Stoffmustern geben Wissenschaftler*innen Einblicke in koloniale und wirtschaftliche Abhängigkeiten und analysieren die Ablösung des Handwerks zugunsten kostengünstiger Massenproduktion.

Teil Zwei einer dreiteiligen Filmreihe, kuratiert und organisiert von shorts/salon und Linn Löffler, gefördert durch das Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Kunst und Kultur des Bezirksamts Pankow.

Part two of three short film screenings, curated and organized by shorts/salon and Linn Löffler, supported by the Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Kunst und Kultur des Bezirksamts Pankow.

_________________________________________________________________

HALLO STRANGER

09.10.2022, 18:00Brotfabrik Kino, Berlin

In dem Kurzfilmprogramm HALLO STRANGER treten Menschen in Kontakt, die sich nicht kennen. Sie sprechen unterschiedliche Sprachen oder sind durch Raum und Zeit voneinander getrennt. Der Einfallsreichtum, mit dem sie diese Barrieren überwinden, die Unvoreingenommenheit, mit der sie sich für Fremde interessieren und die Behutsamkeit, mit der sie auf Andere zugehen, macht die Magie dieser sehr unterschiedlichen Filme aus. In this short film programme, people who don’t know each other connect even though they don’t speak the same language or are separated by space and time. The magic lies in the creativity with which the protagonists overcome these barriers, approaching the other with a genuine curiosity and an open heart and mind.

 

Alle Filme im Original mit englischen Untertiteln. All films with English subtitles.

Im Anschluss an das Filmprogramm laden wir dazu ein, in der Kneipe der Brotfabrik mit uns Postkarten an Unbekannte zu schreiben. After the screening you are invited to join us to write postcards to friends and/or strangers.

Filme Films:

RITOURNELLE von Christopher Becks, Peter Miller

Deutschland 2012, 4 Minuten, ohne Dialog

 

Auf einer 16mm-Filmrolle treffen die Musik von Peter Miller und die Bilder von Christopher Becks ungeplant aufeinander – und passen wie die Faust auf’s Auge.

 

KILLING FOUR BIRDS WITH ONE ARROW von Elisa Jule Braun

Deutschland 2018, 9 Minuten, Gebärdensprache mit engl. UT

 

Der Schauspieler Ace Mahbaz erzählt über die Schönheit und Bildgewalt der Gebärdensprache und lässt uns daran teilhaben. 

 

WITH ALL OUR CAMERAS von Miguel López Beraza

Spanien 2016, 26 Minuten, Spanisch, Ungarisch mit engl. UT

 

Über Sprachbarrieren hinweg findet der spanische Filmemacher charmante Wege, sich von einem ungarischen Sammler alter Kameras aus dessen Leben erzählen zu lassen.

 

A LETTER TO UNCLE BOONMEE von Apichatpong Weerasethakul

Thailand / England 2009, 17 Minuten, Thai mit engl. UT

 

Die Kamera gleitet durch ein gespenstisch leeres Dorf – ein Filmbrief in Erinnerung an die Menschen, die es einst verlassen mussten. 

 

RETTUNGSGRIFFE von Nina Kreuzinger

Österreich 2014, 8 Minuten, ohne Dialog

Schwarz-weißes Lehrmaterial wird zu einem zärtlichen Film über die Magie menschlicher Begegnung montiert.

 

THE STILL LIFE OF VERA von Greta Stocklassa

Tschechien 2015, 9 Minuten, Tschechisch mit engl. UT

 

Anhand einer Kiste voller Postkarten – alle adressiert an eine Vera Bechyňová – skizziert der Film das Porträt einer Unbekannten.

Teil Eins einer dreiteiligen Filmreihe, kuratiert und organisiert von shorts/salon und Linn Löffler, gefördert durch das Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Kunst und Kultur des Bezirksamts Pankow. Part one of three short film screenings, curated and organized by shorts/salon and Linn Löffler, supported by the Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Kunst und Kultur des Bezirksamts Pankow.

_________________________________________________________________

POSTKARTEN AUS KROATIEN POSTCARDS FROM CROATIA

09.06.2022, 19:30 City Kino Wedding, Berlin

Postkarten gleich geben sechs Kurzfilme persönliche Einblicke in Gegenwart und Vergangenheit Kroatiens: In einem fast leeren Bürogebäude singt der Betriebschor, ein Überbleibsel sozialistischer Kulturpolitik. Ein Filmemacher sendet mitten im Krieg einen Videobrief an Freunde im Ausland. Wir streifen über einen sommerlichen Markt voll reifer Früchte. Gemeinsam mit Branka blicken wir hinter die Kulissen eines Ferienparadieses, auch abseits der Hochsaison. Eine Frau schickt Fotos der neuen Heimat. Hände zeichnen abstrakte Muster, eine Volksweise liegt in der Luft. Like postcards, six short films give us a glimpse of a Croatian past and present: In an almost empty office building a choir - remnant of socialist cultural policy - begins to sing. During the war, a filmmaker sends a video letter to his friends abroad. We roam a market full of ripe fruit on a hot summer day. Together with Branka, we look behind the scenes of a holiday paradise on and off season. A woman sends photos from her new home in a foreign country. Hands draw abstract ornaments with thin pencil lines. The chants of an old folk song are in the air.

 

Nach der Vorführung laden wir das Publikum zum Gespräch ein mit Projektmanagerin Renata Trischler und Regisseur Mate Ugrin, die beide enge Beziehungen zu Kroatien haben. Das Gespräch findet auf Englisch statt. After the screening, we invite the audience to engage in a conversation with our guests, project manager Renata Trischler and film director Mate Ugrin, who both have strong ties to Croatia. The talk will be in English.

Freier Eintritt.

Eine Zusammenarbeit von shorts/salon & Croatian Audiovisual Centre (HAVC).

Filme:

STRUJANJA (CURRENTS) von Katerina Duda

Kroatien 2019, 16 Minuten, Kroatisch mit engl. UT

PISMO (THE LETTER) von Ivan Ladislav Galeta

Kroatien 1993, 4 Minuten, Englisch und Ungarisch

PLAC (THE MARKET) von Ana Hušman

Kroatien 2006, 9 Minuten, Kroatisch mit engl. UT

SVE ŠTO DOLAZI (EVERYTHING AHEAD) von Mate Ugrin

Kroatien/Frankreich 2021, 24 Minuten, Kroatisch mit engl. UT

MJESTO ODAKLE VAM PIŠEM PISMA (THE PLACE FROM WHERE I WRITE YOU LETTERS) von Nikolina Bogdanović

Kroatien 2018, 9 Minuten, Kroatisch mit engl. UT

DOTA von Petra Zlonoga

Kroatien 2016, 5 Minuten, ohne Dialog

_________________________________________________________________

EASTERN PROMISES

21.12.2021, 18:00 Brotfabrik Kino, Berlin

Of carps, family ties and other absurdities. An evening with short film finds from Central and Eastern Europe, celebrating the international Short Film Day on December 21, the shortest day of the year.

 

The programme is put together by Linn Löffler and Sarah Schlüssel (shorts/salon).

Films:

MY GALACTIC TWIN GALACTION, dir. Sasha Svirsky

Russia 2020, 7', Russian with English subtitles


Good and evil, utopia and dystopia, narrative and post narrative collide in a mortal battle to entertain the audience.

NO WOLF HAS A HOUSE, dir. Hana Jušić

Croatia 2015, 24', Croatian with English subtitles


Sandra is an overly sensitive young woman who, when under pressure, has trouble with deciphering the line between reality and her twisted fantasies. During her husband's birthday party, she has to spend a day with his family. Their barely concealed hostility is making her gradually lose her mind.

TRISAL, dir. Gabriele Stötzer

GDR 1986, 20', no dialogue


In Trisal, women move around in a closed-off courtyard. They operate with various materials - felt, stones, eggs, but above all with their own bodies. Caresses take place in correspondence with the incident sunlight and through shadow play with leaves and hands, postulating a self-determined sexuality independent of male interaction. (Claus Löser)

GOODBYE MAMA!, dir. Igor & Ivan Buharov

Hungary 1996, 6', no dialogue


Magnetic is minimal / Minimal is magnetic / Come to home Mumu! / I don't understand Mama! / Come to home Mumu! / Goodbye Mama!

IN SHALLOW WATER, dir. Marek Moučka

Slovakia 2020, 10', Slovak with English subtitles


Finding connections between christmas traditional dish and sentenced prisoners leads to closer look on questions about the meaning of freedom and identity. Faces that cannot be recognized but their voice still remains. Is debt towards society redeemable with sorrow?


STILL LIFE OF VERA, dir. Greta Stocklassa

Czech Republic 2015, 9', Czech with English subtitles


A box of 254 postcards at 1 CZK apiece. Dozens of senders but only one addressee. A portrait of the unknown recipient culled from 50 years of birthday and Christmas greetings. An attempt to put something static into motion, to make something flat deeper, to put life into something dead.


Thank you: Sasha Svirsky & Nadezhda Svirskaia, Silja Ebeling/Kurzfilm Verleih Hamburg; Hana Jušić, Irena Jelić, Tina Tišljar, Morana Ikić Komljenović/Academy of Dramatic Arts Zagreb; Gabriele Stötzer, Claus Löser; Igor & Ivan Buharov; Marek Moučka, Erika Paulinská/VSMU; Greta Stocklassa, Alexandra Hroncová/FAMU; Varja Močnik, Hanna Slak, Petar Mitric, Stefanie Schmidt

_________________________________________________________________

GEMEINSCHAFT

Kurzfilme im Gespräch mit der Jungen Akademie

19.03.2021, 19 Uhr

Online

Vier Kurzfilme ergründen im Dialog mit Wissenschaftlerinnen Aspekte von Gemeinschaft, Zugehörigkeit und Heimat.

Wo fühlen sich Menschen zuhause? Wer zählt zur Familie und wie findet man seinen Platz in der Gemeinschaft? Diese Fragen vertiefen die Kuratorinnen des Kurzfilmprogramms Isabel Schellinger (Medizinerin am Universitätsklinikum Leipzig und Mitglied der Jungen Akademie) und Anna Henckel-Donnersmarck (Mitbegründerin des shorts/salon und Leiterin der Berlinale Shorts) im Gespräch mit Martina Löw (Planungs- und Architektursoziologie, TU Berlin) und Susanne Scharnowski (Germanistik und Anglistik, FU Berlin).

​Kurzfilme:

DON'T FENCE ME IN von Ann-Sophie Lindström

Deutschland 2014, 9 Minuten, Englisch mit dt. UT

Die USA – Heimat der Cowboys. Doch DON'T FENCE ME IN spielt nicht im Wilden Westen, sondern in Philadelphia, einer Großstadt im Osten des Landes. Ein hartes Pflaster, gezeichnet von Kriminalität und Armut. Doch wie kann man dem destruktiven Sog der Straße entgehen? Junge Männer halten hier Pferde – ein alternativer Lebensentwurf. Die Tiere sind mehr als ein Hobby, sie sind geliebte Familienmitglieder und Sinnstifter.

SORGE 87 von Thanh Nguyen Phuong

Deutschland 2017, 10 Minuten, Deutsch, Vietnamesisch mit dt. UT

 

Vietnamesische Arbeiter*innen kommen in SORGE 87 in die DDR, um dort in der Textilindustrie zu arbeiten. Nach kurzer Zeit verlassen die meisten von ihnen das Land auch schon wieder – doch einige bleiben, gründen Familien, bauen sich Existenzen auf. Sie schaffen sich eine neue Heimat, beleben nach der Wende nahezu leergefegte Ortschaften neu. Ein deutsches und ein vietnamesisches Ehepaar erzählen.

HALMASPIEL von Betina Kuntzsch

Deutschland 2017, 15 Minuten, Deutsch

Auch in HALMASPIEL ist es das Nähen, das den roten Faden der Erzählung bildet. Die Tochter erzählt vom Lebensweg ihrer Eltern. Von Repression und Durchhalten. Von Verlieren und Wiederaufbauen. Es ist die Geschichte einer Familie, aber auch eines Landes.

DIE RUHE BLEIBT von Stefan Kriekhaus

Deutschland 2013, 14 Minuten, Deutsch, Französisch

Ein Filmset ist glamourös und aufregend – denkt man. Doch der Hauptfigur in DIE RUHE BLEIBT eröffnet sich nur gähnende Langeweile. Als Praktikant muss er eine Straße für den Dreh sperren, die Kommunikation mit dem restlichen Team beschränkt sich auf gelegentliche Ansagen aus dem Walkie-Talkie. Wo sind die anderen? Und was mache ich eigentlich hier? Gehöre ich dazu? Stille macht sich breit.

Die Veranstaltung ist Teil der Aktivitäten rund um das 20-jährige Jubiläum der Jungen Akademie.

_________________________________________________________________

ZENSUR IN DER KUNST UND IM ALLTAG

Kurzfilme der Berlinale Shorts im Gespräch mit der Jungen Akademie

27.10.2020, 19:00 Uhr ・ City Kino Wedding, Berlin

Kurzfilme und Wissenschaft treten in Dialog über die Frage “Was bedeuet Zensur konkret in der Kunst, im Alltag, im eigenen Denken?”

_BB15009.jpg

© Die Junge Akademie / Bernd Brundert

Fotos ©Die Junge Akademie / Bernd Brundert; 2. Foto ©shorts/salon

 

Eine Veranstaltung anlässlich des 20. Jubiläums der Jungen Akademie, kuratiert von Anna Henckel-Donnersmarck (Leiterin der Berlinale Shorts & Mitbegründerin des shorts/salon) und Nausikaä El-Mecky (Kunsthistorikerin an der Universitat Pompeu Fabra und Mitglied der Jungen Akademie).

Gesprächsteilnehmer*innen:


Nausikaä El-Mecky (Die Junge Akademie, Universitat Pompeu Fabra)
Ömer Alkın (Medien- und Kulturwissenschaftler)
Mischa Leinkauf (Filmemacher und Künstler)
Annette Schuhmann (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung)

Moderation: Anna Henckel-Donnersmarck (Leitung Berlinale Shorts, Mitbegründerin shorts/salon)

Kurzfilme:

THE MEN BEHIND THE WALL von Ines Moldavsky
Israel 2018, 28 Minuten, Englisch, Hebräisch, Arabisch mit engl. UT

Die Filmemacherin Ines Moldavsky lebt in Israel, die palästinensischen Gebiete liegen direkt um die Ecke und sind doch unbekanntes Terrain. Der Staat tut alles, um die Menschen voneinander fern zu halten, um das Kennenlernen zu verhindern. Der Konflikt wird auch so seit Jahrzehnten am Leben gehalten. Was also tun gegen diese Schranken im Kopf, mit denen man aufgewachsen ist und die man nicht so einfach wieder los wird? Mit ihrem Kurzfilm THE MEN BEHIND THE WALL wagt Moldavsky die Annäherung und benutzt die Dating-Plattform Tinder, um über die Mauer hinweg mit Palästinenser*innen in Kontakt zu treten.

KAPUTT von Volker Schlecht, Alexander Lahl
Deutschland 2016, 7 Minuten, Deutsch mit engl. UT

Den Dialog unterbinden, Menschen voneinander trennen, ihnen das freie Wort und das unabhängige Denken verbieten – auch das sind Merkmale von Zensur. KAPUTT schildert, wie in der DDR die Insassinnen des Frauengefängnisses Hoheneck mit Zwangsarbeit mürbe gemacht und ihnen der Mund ganz direkt verboten wurde. Wo Moldavsky noch Freiräume erkämpfen darf, müssen die politischen Häftlinge Gabriele Stötzer und Birgit Willschütz im Gefängnis mit der Isolation und strengen, unbarmherzigen Regeln fertig werden.

SYMBOLIC THREATS von Matthias Wermke, Mischa Leinkauf, Lutz Henke
Deutschland 2015, 17 Minuten, Englisch mit dt. UT

Doch weshalb kann ein Wort, eine politische Überzeugung, ein Kunstwerk eine derartige Bedrohung darstellen und zu einer Gefahr für das System werden? Zwei amerikanische Flaggen ganz in Weiß sind es in SYMBOLIC THREATS, die auf der Brooklyn Bridge wehen – und dazu führen, dass sich die Politik, die Medien und die Anwohner mit Verschwörungstheorien, Terrorangst und Sicherheits-fantasien überbieten. Es ist zugleich unfreiwillig komisch und sehr beängstigend, was eine anonyme Kunstaktion auslösen kann. Wie leicht es ist, zu provozieren, wenn Denkmuster, Konventionen und das Gefühl von Kontrolle unterlaufen werden.

 

In Zusammenarbeit mit der Jungen Akademie und Berlinale Shorts.

_________________________________________________________________

FORUM FILM – Natur in der Stadt

01.10.2020, 18:00 Uhr

Amerika-Gedenkbibliothek Berlin

 

Ein Filmspaziergang kuratiert von shorts/salon, geführt von Philipp Sattler, einem Experten für Natur im urbanen Raum.

image00008.jpeg

Fotos ©Eva Kietzmann; 3. Foto ©shorts/salon

 

Zwei Kurzfilme und ein geführter Spaziergang um die AGB laden ein zu Gespräch und Gedankenaustausch über die Natur, die uns im urbanen Raum umgibt, und das Verhältnis, das wir zu ihr haben. Welchem Zweck dient sie, wie wird sie genutzt, wie wird sie verhindert? Was ist wild gewachsen, was strategisch angelegt? Und welche Rolle spielt die globale Erwärmung dabei?

Die gezeigten Kurzfilme eröffnen eigenwillige Perspektiven auf diese Thematik und laden zum Gedankenaustausch ein. Ein geführter Spaziergang rund um die Bibliothek geht den Fragen am konkreten Beispiel nach.

Kurzfilme:

IMPERIAL VALLEY (CULTIVATED RUN-OFF) von Lukas Marxt

Deutschland/Österreich 2018, 14 Minuten, ohne Dialog

Eine Drohne fliegt über die menschenleere Landschaft: das Imperial Valley, eines der größten landwirtschaftlichen Anbaugebiete in den USA. Künstlich angelegte Wasserläufe und akkurat bepflanzte Felder bilden abstrakte Muster – gebändigte Natur, um den Bedürfnissen des Menschen so effektiv wie möglich zu dienen. Die apokalyptischen Weiten sind faszinierend und verstörend zugleich.

 

THE SILENT PASSENGER von Hirofumi Nakamoto

Japan 2012, 15 Minuten, ohne Dialog

Etwas bewegt sich unter der Bettdecke, auf dem Armaturenbrett, im Lampenschirm. Der Filmemacher hat kleine Krebse, Frösche und Eidechsen gesammelt, um sie im Hotelzimmer auszusetzen, Schmetterlinge, um sie im Auto frei zu lassen. Deplatziert und desorientiert erobert sich das Getier Stück für Stück den menschgemachten Raum, kriecht in jede Ecke, erkundet jeden Winkel und macht auch vor der Kamera nicht Halt.

_________________________________________________________________

MUSIC, POLITICS AND ME

4. September 2020, from 19:00 ・ Gaswerksiedlung, Berlin

An open air evening with short films and live music by DJ Rhythms of Prescott & The Omniversal Earkestra.

20200904_AJS_4744_Gaswerksiedlung.jpg

©Anjula Schaub

Fotos ©Anjula Schaub; 4. Foto ©Mateusz Fafinski

 

Music goes straight to the heart, it touches body and soul alike. And it has the power to be political by the way it is presented, enjoyed or expressed. Three short films explore this potential while the music brings them together.

In A COMPOSER, filmmaker Daniel Kötter takes us on a car ride with his friend Zad Moultaka. By sharing an episode from his life, the French-Lebanese composer unravels the perfidious mechanisms of fear-mongering, censorship and power.


In THE WHITE ELEPHANT by Shuruq Harb, we catch glimpses of a young Palestinian woman's life in the 1990s. Accounts of personal experiences and the political situation intertwine; rave parties in Tel Aviv create moments of confusion, discomfort and escape.


R.I.S.E. stands for "Reaching Intelligent Souls Everywhere" – a movement by second generation immigrants in Toronto using the art of the spoken word to speak up for themselves. RISE is part of an ongoing series of experimental documentaries in which Bárbara Wagner & Benjamin de Burca portray marginalized groups and how they use dance and music as a means for representation and community building.

Curated by shorts/salon in cooperation with Afsun Moshiry / Female Fiasko (Artists @ Gaswerksiedlung).

_________________________________________________________________

EIN HEISSER SOMMERTAG MIT SCHNEE UND POPCORN

21.12.2019, 19:00 & 21:00 ・ Kino am Tegernsee, Rottach-Egern

Der kürzeste Tag des Jahres, der 21. Dezember, ist europaweit dem kurzen Film gewidmet, so auch heuer zum ersten Mal im Kino am Tegernsee. Auf Einladung des Kunst & Kulturvereins Rottach-Egern hat Anna Henckel-Donnersmarck, Leiterin der Berlinale Shorts und gebürtige Rottacherin, ein Programm aus vier Kurzfilmen zusammengestellt, die alle auf der Berlinale ihre Premiere feierten und uns in heiße Sommertage entführen.

 

Eine Veranstaltung des shorts/salon im Rahmen des Kurzfilmtags.

Kurzfilme:


WHERE THE SUMMER GOES (CHAPTERS ON YOUTH) von David Pinheiro Vicente
Portugal 2018, 20 Minuten


Ein schwüler Sommertag am Fluss. Sie sind jung und unschuldig. In vier Kapiteln offenbart sich das Begehren.


MR. MARE von Luca Tóth
Ungarn/Frankreich 2019, 19 Minuten


Ein Röntgenbild zeigt es ganz deutlich: Zwischen den Rippenknochen versteckt sich ein kleiner Mann. Er entschlüpft durch die Brustwarze, erkundet die neue Umgebung und findet dabei die eigene Sehnsucht.
 

LE FILM DE L'ÉTÉ von Emmanuel Marre
Frankreich/Belgien 2017, 30 Minuten


Frankreich im Sommer. Zwei Männer sind unterwegs gen Süden. Der eine hat den Sohn dabei, der andere trägt seine Melancholie mit sich. Ein Blick in die Welt der Erwachsenen.

TEN METER TOWER von Maximilien Van Aertryck, Axel Danielson
Schweden 2016, 17 Minuten


Schwimmbad. Innen. Tag. Zehn-Meter-Turm. Springen oder rückwärts wieder runterklettern - was erfordert mehr Mut?